Über

Doris Trzaska
Hügelstraße 41
42553 Velbert
Tel.: 02053 4281405
mailto:dtrzaska@web.de
Web: doristrzaska.com

1952 geboren in Ukta, Masuren/Polen
1962 Umsiedlung nach Wuppertal
1972-79 Studium an der Kunstakademie
Düsseldorf und Germanistikstudium an der
Heinrich Heine Universität Düsseldorf
1977 Meisterschülerin bei Professorin Beate Schiff
1981 Atelier in Bochum, Lehrerin an der Goethe-Schule
2008 Atelier in Sprockhövel: Malerei, Video, Objekte
2022 Atelier in Velbert: Malerei, Video, Objekte

Mitglied im Bochumer Künstlerbund bkb
Mitglied im Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Bergisch Land

Ausstellungen/Auswahl:

2025 Kunstbunker Bochum, Pa(a)rade 2.0
Museum Haus Kemnade Hattingen, Stand der Dinge
2024 LANGER TISCH Wuppertal, Kunstkiosk
2023 Kunstbunker Bochum, Ruths wilde Erdbeeren
Museum Haus Kemnade Hattingen, Spirit!
Kunstverein im Kulturrat Gerthe, Gegensatz (vom Zusammensein fern sein)
2022 Kunstbunker Bochum, Vorhang auf! Licht an!
2021 Museum Haus Kemnade Hattingen, Blicke aus Bochum
Imbuschplatz Bochum, Heimatruhr
Museum Bochum, Bochumer Künstler
Kunstbunker Bochum, Oh du fröhliche
Ruhr Gallery Mülheim, Beuys und die Eimer
Kortumstraße Bochum, The 80th
2020 Big gallery Dortmund, Westwind
Schlieker Haus Bochum, Kunst geschieht
2019 bobiennale Bochum, Interaktive Malaktion
Galerie 13 Bochum, Alte Schätze
ArToll Bedburg Hau, Kunst geschieht
Burg Kemnade Hattingen, Drama,Baby!
Kunstmuseum Bochum, (Crashtest) Europa
Galerie 13 Bochum, Pa(a)rade 2
Galerie 13 Bochum, Klein.Fein.Viele.
2018 Kunstmuseum Bochum, Bochumer Künstler
Galerie 13 Bochum, MEMYSELFANDI
Galerie AUF Essen, Würfel
Kunstkirche Christ-König Bochum, Ruhe!Licht!Aus!
BIG galllery Dortmund, Ein Meter Kunst
Galerie 13 Bochum, Memento
Evangelische Johanneskirche Bochum, Geschichten über Tage
endstation kino Bochum, Videofetival blicke26
Galerie 13 Bochum, KLEIN.FEIN.VIELE.
2017 Porträtaktion Boulevard Bochum
Galerie 13 Bochum „Blümchensex“
BoBiennale, Bochum
Haus Kemnade, Porträtaktion
Galerie 13 Bochum „Draussen nur Kännchen“
Herbstgäste Ibbenbüren, Porträtaktion
Christuskirche Bochum „Memento“
Galerie 13 Bochum „Klein.Fein.Viele“
2016 DELUBIT GmbH Recklinghausen
PRO PHYSIO Bochum
Galerie 13 Bochum „Klein.Fein.Viele“
2015 Galerie AUF Essen, Eimerprojekt
2014 Kunstraum Unten Bochum, „Shakespeare“
2013 Bochumer Künstlerbund in Herne-Wanne, „nebenan“
2012 Kunstmuseum Bochum, Bochumer Künstler
BBK Stadtgalerie Lünen
Dorfkirche Bochum-Stiepel
2011 NETZWERK und Quergesponnen, Essen
Kunstmuseum Bochum, Halbzeit Frauenfußball
Christ-König-Kirche Bochum, Paradies
2010 Herne, STARKE ORTE RUHR
Luftschutzbunker Herne und Amtshaus Dortmund-Mengede
2009 Kunstmuseum Bochum, bochumer künstler
Kultur-Magazin Lothringen Bochum, „FREMDsein”
Kunstkirche Christ König Bochum, „kunstzweidrei”
2008 DELUBIT GmbH Recklinghausen
PRO PHYSIO Bochum
2007 Die Wolfsburg Mülheim/Ruhr, bochumerkünstlerbund
Stadtarchiv Bochum
2006 Kunstmuseum Bochum, Bochumer Künstler
Zeche Holland Bochum, „kunstzweidrei“
2005 Pauluskirche Bochum
Verwaltungsakademie Bochum, „kunstzweidrei“
2004 Museum Mülheim, „Schachtelnkunst“
Stadtarchiv Bochum, kunstzweidrei
2003 Museum Bochum, Bochumer Künstler
Pauluskirche Bochum, Bürger Bibel
2001 Kunsthaus Pinx Bochum
2000 Wirtschaftsverband Stahl Hagen
Museum Mülheim, Das Kunstschwein
Museum Bochum, SCHICHTEN-SCHICHTUNG
1999 Verwaltungs-Akademie Bochum
Museum Bochum, Bochumer Künstler
Kunsthaus Pinx Bochum
Museum in der alten Post Mülheim
1998 Technologiezentrum Bochum, Brückner art consult
Bochumer Künstlerbund in Bedburg-Hau
1997 Malerei Museum in der Alten Post Mülheim/Ruhr, Yogaperformance und Video
1996 Malerei Museum Bochum, Yogaperformance und Video
Museum Bochum, Bochumer Künstlerbund
1995 Zeche Lothringen Bochum, Lehrer und Künstler
Rathaus Dortmund, ICH SEHE ROT
Stadtarchiv Bochum, Erinnern an die Zukunft
Kunsthaus Pinx Bochum
1994 Museum Bochum, Bochumer Künstlerbund
Videofestival Bahnhof Langendreer Bochum
1993 Kunsthaus Pinx Bochum
1992 Museum Bochum, Bochumer Künstlerbund
GAIA-Symposion Gelsenkirchen
Zeche Lothringen Bochum, „Herrschaft“
1991 Volkshochschule Essen
Reichskirchen-Ettingshausen, Künstlersymposium
7ab Herne
Galerie Lipski Wesel
Ev.Kirchentag Bochum
Austausch Bochumer Künstlerbund Donezk UdSSR
1990 Galerie Lipski Wesel
Galerie Cardoso-Ribeiro Berlin
Kunsthaus die „halle” Bochum
Museum Bochum, Bochumer Künstlerbund
1989 Kunsthaus Angelmodde Münster
Westfalenpark Dortmund, Künstler sehen Afrika
1988 Schlößchen Borghees Emmerich
Überlebensgroß Unna
BKK Kunstpavillon Soest
Galerie Neue Ansichten Bochum
Galerie Andrade-Niedermeier Bochum
Kunsthaus Angelmodde Münster
1987 BKK Austellung Selm, „Kommunikation“
1986 Galerie Lipski Wesel
1982 Goethe-Schule und Rathaus Bochum, Goethe-Ausstellung
1979 Galerie im Roten Turm Bad Wimpfen
Kunst im Kreis Mettmann
Velberter Sommer
1978 Moderne Galerie im Schloss Hardenberg Velbert-Neviges
1977 Akademiestudenten im Schauspielhaus Düsseldorf
Winterausstellung Düsseldorf

Doris Trzaska ist Malerin und Zeichnerin, gleichwohl realisiert sie auch plastische Objekte, dreht Filme und Videos und agiert als Performance – Künstlerin; und auch wenn sie vorrangig malt oder zeichnet, verknüpft sie ihre Arbeiten oft mit anderen Medienformen, inszeniert sie ihre klassischen Darstellungstechniken in performativen Aktionen.
Als Meisterschülerin von Beate Schiff arbeitete sie kontinuierlich im Schiff-Raum der Kunstakademie Düsseldorf, immer wieder Neues suchend. Auch in den Ateliers von Beuys, Richter, Rissa und Bobek war sie bei Korrekturen dabei, und das Suchen und Experimentieren hat sie sich bewahrt und zur künstlerischen Methode gemacht.

Zeichnendes Malen oder malerisches Zeichnen

Ich will mich im Folgenden vorrangig auf die klassischen Werkformen beziehen, das heißt auf die Zeichnung und die Malerei, und hier muss ich gleich zu Beginn meine Eingrenzung zurücknehmen, als die tradierten Gattungsbegriffe Zeichnen und Malen für die Arbeitsweise von Doris Trzaska nicht taugen.
Wenn Zeichnung mit dem Mittel der Linie arbeitet, wenn Malerei eine Kunst der Fläche ist, wenn Farbe primär der Malerei zugeordnet wird und nicht der Zeichnung, dann stört sich die Künstlerin nicht an diese kategorialen Grenzen. Manch einer spricht von zeichnerischer Malerei oder von malerischer Zeichnung und tatsächlich changiert ihre Kunst ganz bewusst zwischen diesen Ebenen, strebt eine Offenheit und Ambivalenz der Ausdrucksmöglichkeiten an.

Offenheit und Ambivalenz meint dann aber nicht nur die Aufhebung der starren Gattungsgrenzen, sondern zugleich ein ästhetisches Gestaltungsprinzip.

Nähern wir uns ihren Portraits, dann finden wir das zeichnerische Element, den Strich und die Linie gerade nicht als durchlaufende Umrisslinie, als zeichnerische Erfassung und Bändigung einer gegenständlich definierbaren Form. Linien brechen ab, führen nicht weiter, werden zu Strichen, zu Spuren emotional aufgeladener Bewegung, schweben im ortlosen Weiß des Zeichenpapiers oder der Leinwand.
Skizzenhaft bleibt die Zeichnung, egal ob sie mit Stiften (Aquarellstiften) oder mit dem Farbpinsel zeichnet. Eine solche Offenheit zielt nicht auf eine exakte Gegenständlichkeit, eine naturalistische Abbildung, auf ein wiedererkennendes, identifizierendes Sehen des Betrachters.

Natürlich erkennen wir, dass hier eine Person gemeint ist, dort ein Stuhl oder ein auf einem Tuch arrangiertes Rhabarberbündel. Ambivalenz und Offenheit der bildnerischen Mittel oder als bildnerisches Prinzip meint, dass die Linie und der Strich (um bei der Zeichnung zu bleiben) als freie, gegenstandsfreie Linien präsent sind und nur im Kontext des Bildganzen einen gegenständlichen Bezug ermöglichen.
Eine solche Zeichnung gewinnt an Unmittelbarkeit, entfaltet die ureigenen Ausdrucksmöglichkeiten der bildnerischen Mitte, der Linie, des Strichs des Flecks.
Natürlich geht es (z.B.) im Portrait um Mimik, Gestik und Pose, allerdings wird auch oder gar vorrangig der unmittelbare Ausdruck der bildnerischen Mittel gesucht.
Die Künstlerin kennt die innere Grammatik der Zeichnung, weiß gezielt Form-Qualitäten, Form-Dimensionen, Richtungswerte etc. ausdruckssteigernd zu nutzen, um das Äußerliche wesenshaft zu steigen.

Der Arbeit am Bild geht ein langes, durchdringendes Betrachten voraus, um das Wesentliche zu erfassen, um im Äußeren die Spuren des Inneren wahrzunehmen. Danach arbeitet die Künstlerin sehr schnell, um das Erkannte nahezu rauschhaft auf die Fläche zu übertragen.
Im Bild bleibt die Schnelligkeit des Arbeitens deutlich sichtbar, die Linien und Striche dokumentieren (neben den eben beschriebenen Aspekten) immer auch den Moment des Gestischen, und dieses Gestische verweist nicht nur auf die zeitliche Dimension der Gestaltfindung, sondern auch auf das emotionale Eingebundensein des Künstlers, den besonderen „Dialog“ zwischen Maler und Modell.

Die Ambivalenz der zeichnerischen Mittel, das Changieren zwischen Darstellungswert und Eigenwert und das gestisch Informelle steigert die Künstlerin umso mehr, als der Mal- oder Zeichengrund niemals ausgeblendet wird – es gibt keine klassische Dualität von Figur und Hintergrund, und auch innerhalb der Figuren oder Gegenstände scheint der Bildgrund immer durch, oder wird durch Überarbeitung mit Weiß wieder thematisch.
Entscheidend ist hierbei die Farbe, bzw. die Handhabung der Farbe, die gerade nicht modellierend eingesetzt wird, um Personen oder Dinge plastisch vom Grund oder Hintergrund zu lösen.

Die Farbe wird sehr deutlich, analog zur Zeichnung, (wenn man das überhaupt trennen kann), frei spielend aufgetragen, als handschriftlicher Duktus. Selten tatsächliche Gegenstandsfarbe, niemals plastisch modellierend, ohne Verweis auf materielle Eigenschaften der Dinge, immer auf dem Bildgrund schwebend, eigenwertig wie die beschriebene „Zeichnung“, niemals das Weiß des Bildgrundes verschließend, lässt sie Luft zum Atmen, Luft zur eigenen Deutung.

Farbe ist der Künstlerin aber niemals Dekoration; sie ist im tatsächlichen Sinn Koloristin und verweist auch immer auf ihr Vorbild Matisse. Mit Farbe bzw. komponierten Farbklängen vermag sie Natur, Dinge oder Menschen zu „durchfreuen“, zu dramatisieren oder aggressiv aufzuladen, vermag sie Alterungsprozesse zu veranschaulichen; sie vermag Farben harmonisch zu versöhnen oder spannungsvoll (bis zum Bersten) zu steigern.

Gerade im Modus der von aller Gegenständlichkeit befreiten Farbe (analog zur „Zeichnung“) gelingen ihr diese Deutungen – und wie in der “ Zeichnung“, ganz unmittelbar aus der „befreiten“ Farbe.

Doris Trzaska geht sehr deutlich von der Wahrnehmung aus; sie betrachtet Menschen, Dingwelt und Natur – kaum ein Motiv ist ihr fremd. In langer und dauernder Betrachtung geht es ihr allerdings um das Dahinter, um Wesentliches, Wesenhaftes, um Inneres, um Verborgenes, Ängste oder gar Abgründe, aber auch tief empfundene Ruhe und Stille.
In Verbindung zur beschriebenen Arbeitsweise und Ästhetik geht es ihr dabei nicht um das Konkrete und Individuelle, und auch gar nicht um eine abschließende Positionierung – das Suchen und Vorsichtige der zeichnerischen und malerischen Bildmittel, der Verzicht auf die fest gefügte, (end) gültige Bildform, macht deutlich, dass die „offene Form“, der Schwebezustand der Mittel auf der „transparenten“ Bildebene, geradezu ihr künstlerisches Ziel ist.
Auch wenn ein Bild immer ein Ergebnis postuliert, wird deutlich, dass jedes Postulat immer ein momentanes ist, das immer wieder neu zu überprüfen ist. Die Offenheit der bildnerischen Mittel dokumentiert ein immerwährendes Suchen, auch wenn in der Betrachtung eines konkreten Werkes eine Deutungsmöglichkeit aufscheint.

Doris Trzaska arbeitet in Serien und sie arbeitet sehr viel; eine einmal portraitierte Person wird immer wieder zum Modellfall ihres Arbeitens und Denkens, und es ist interessant, wie vielschichtig und differenziert die Welt ist bzw. gesehen und gedeutet werden kann.

Ulrich Marquardt, Kunsthistoriker